Zirkus, Musik, Tanz und Kunst: Am Sonntag wird’s in Meppen bunt

Am kommenden Sonntag (20. Mai) präsentieren sich die Einrichtungen der kulturellen Jugendbildung in Meppen bei einem „Tag der offenen (Kul-)Tür“. Kinder, Jugendliche und Eltern haben hier die Möglichkeit, sich einen Überblick über die vielfältigen Kulturangebote zu verschaffen.

Die Musikschule des Emslandes, das Theaterpädagogische Zentrum der Emsländischen Landschaft (TPZ), das J@M!-Center, das Jugend- und Kulturgästehaus und die Kunstschule im Meppener Kunstkreis stellen auf dem Gelände an der Koppelschleuse mit Darbietungen und Mitmachaktionen ihre Angebote vor.

Der Zirkus Piccolino des TPZ präsentiert sich genauso wie die Musiktheaterabteilung der Musikschule, die Ausschnitte aus den Musicals “Elisabeth” und “Grease” zeigen wird, und Elevinnen der Ballettklasse stellen “Hochzeitstänze” von Ludwig van Beethoven vor.

Wie in den vergangenen Jahren haben Besucher die Gelegenheit, Instrumente auszuprobieren, und während des gesamten Nachmittags gibt es Mitmachaktionen der Kunstschule, Bildhauerei des Meppener Kunstkreises, Schminkaktionen und eine mobile Medienwerkstatt des J@M-Centers, in der unter anderem das Blue-Box-Verfahren demonstriert wird. Die Ausstellung “Ein Himmel auf Erden – Die Himmelsscheibe von Nebra” im Ausstellungszentrum Archäologie und die Jahresausstellung der Kunstschule zum Thema “Drachen, Hexen, Fabelwesen” im Kunstzentrum sind bei freien bzw. ermäßigten Eintrittspreisen natürlich ebenfalls geöffnet.

20.05., 15 UHR, Koppelschleuse (MEP)

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Zum Gedenken an den 8. Mai: Alles beim Alten trotz neuer Gedenkstätte

(sisch) In diesem Jahr könnte die deutsch-niederländische Initiative 8. Mai ihre Gedenkveranstaltung zum Jahrestag der Befreiung vom Nationalsozialismus zum ersten Mal auf der Gedenkstätte Esterwegen ausrichten. Sie wird sich am heutigen Samstagnachmittag allerdings nicht dort versammeln, sondern, wie in jedem Jahr seit 1985, auf dem Lagerfriedhof Bockhorst bei Esterwegen.

Nikolaus Schütte zur Wick, Fraktionsvorsitzender der Grünen im emsländischen Kreistag, ist sich sicher: “Selbst wenn die Initiative beantragt hätte, ihre Veranstaltung an der Gedenkstätte abzuhalten, wäre das bestimmt nicht genehmigt worden.”

Die Veranstaltung, an der immer auch überlebende “Moorsoldaten” teilnehmen, ist vom ehemaligen Landrat Hermann Bröring stets gemieden worden, und auch sein Nachfolger Reinhard Winter wird nicht an der Gedenkfeier teilnehmen. “Das ist eine eindeutig linksgerichtete Veranstaltung”, begründet Kreissprecherin Anja Rohde die Zurückhaltung. Damit hat sie Recht, und einer der diesjährigen Redner ist auch nicht unumstritten: Heinrich Fink, Theologe und Bundesvorsitzender der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten (VVN-BdA), war Rektor der Berliner Humboldt-Universität, bis er wegen seiner Rolle als Inoffizieller Mitarbeiter der Stasi entlassen wurde. Fink wurde bei der für die Bespitzelung der Kirchen zuständigen Abteilung unter dem Decknamen “Heiner” geführt. “Trotzdem”, sagt Schütte zur Wick, “sollten unsere Landkreisvertreter das einmal im Jahr aushalten können. Es wäre ein Zeichen von Respekt vor den Opfern und Überlebenden.”

Für Johanna Adickes von der Initiative 8. Mai kommt das ehemalige KZ Esterwegen als Veranstaltungsort allerdings sowieso nicht in Frage. Man habe das nicht einmal in Erwägung gezogen. Sie sieht die Gedenkstätte, distanziert: “Die Gedenkstätte ist das DIZ – ohne das DIZ gäbe es sie gar nicht.”

Das DIZ, also das Dokumentations- und Informationszentrum Emslandlager, hat mit der Eröffnung der Gedenkstätte seinen Sitz in Papenburg verlassen und bfindet sich nun ebenfalls in der Gedenkstätte Esterwegen. Der Verein “Aktionskomittee für ein DIZ” hatte sich 1981 gegründet mit dem Ziel, eine zentrale Gedenkstätte für die Opfer der Emslandlager zu errichten. Bereits seit den 60er-Jahren gab es dahingehende Bemühungen, die immer wieder von Behörden und Landkreispolitikern abgeschmettert wurden. Das hatte einerseits damit zu tun, dass lange Zeit nur die KZ-Gefangenen als Opfer des NS-Regimes anerkannt wurden, die Strafgefangenen als “nach Recht und Gesetz Verurteilte” hingegen nicht. Ein anderer Grund war, dass in den Emslandlagern zu einem erheblichen Teil politische Häftlinge saßen und dem katholisch-konservativen Emsland auch nach dem Krieg alles suspekt war, was von links kam.

DIZ-Leiter Kurt Buck war als Mitglied der Initiative 8. Mai immer Mitorganisator der Gedenkfeier. In diesem Jahr wird er nicht dabei sein: “Ich muss in Esterwegen Führungen machen.” Ohnehin, sagt er, sei er stets als Privatperson dort gewesen. Dass die heutige Gedenkveranstaltung wieder auf dem Friedhof stattfindet, begründet er damit, dass das “ja schon immer” so war. “Nach dem Bau des DIZ in Papenburg ist ja auch niemand auf die Idee gekommen, die Veranstaltung dahin zu verlegen”, sagt er. Dort hat sich freilich weder ein Konzentrationslager befunden, noch diente das DIZ als Gedenkstätte.

“Wir werden in der alten Rheder Kirche und am Ossietzky-Denkmal in Esterwegen Kränze niederlegen”, sagt Kreissprecherin Anja Rohde auf die Frage, ob es denn von Seiten des Landkreises eine Gedenkveranstaltung gebe. “Allerdings wird dies kein offizieller und auch kein öffentlicher Akt. Die Kränze sollen ein Zeichen für die Besucher sein.”

Wer ein Zeichen gegen das Vergessen setzen und sowohl den Überlebenden als auch denjenigen Respekt zollen möchte, die sich bereits seit Jahrzehnten im Emsland für die Aufarbeitung der NS-Zeit einsetzen, der kann das heute nachmittag um 15 Uhr auf dem Lagerfriedhof Bockhorst bei Esterwegen tun.

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In Geeste knattern am Wochenende die Boxermotoren

(sisch) Niedlich sah er ja schon aus, der gute alte VW-Käfer. Aber ganz ehrlich: Fahrkomfort ging anders. Der Boxer-Motor war so laut, dass ein Autoradio überflüssig war, der Frontkofferraum so klein, dass Urlaubsreisen nur mit Handgepäck möglich waren und der Innenraum war so niedrig, dass ausgewachsene Männer auf dem Rücksitz einen Bandscheibenvorfall bekamen.

Trotzdem war der Käfer mit über 20 Millionen Exemplaren bis 2002 das meistverkaufte Auto der Welt. Sein lustiges Äußeres und sein unverwechselbares Knattern haben aus dem runden Kleinwagen ein Kultauto gemacht, das auf zahlreichen Käfer-Treffen regelmäßig zelebriert wird. Eines davon findet alljährlich am Speicherbecken Geeste statt, und das ist mittlerweile so angesagt, dass sich auf der “Air-cooled Show” außer Käfern auch alte Bullis und weitere Schätze aus dem Hause VW versammeln. Auch in diesem Jahr gibt es neben den liebevoll instand gehaltenen und teilweise lustig getunten Autos eine Cocktailbar und Parties am Freitag und Samstag abend sowie den traditionellen Tanztee mit Live-Musik.

Morgen Nachmittag bittet die Stadtlohner Rockabilly-Band The Clusters zum Tanz. Das Sextett passt optisch zwar eher in eine 50er-Jahre-US-Limousine als in einen Knatter-Käfer, ihre Mischung aus Rock ’n’ Roll, Swing und Country eignet sich allerdings hervorragend für einen entspannenten air-cooled Nachmittag am Speichersee.

Käfertreffen:

11.05 – 13.05., GANZTÄGIG, Speicherbecken (Geeste)

Tanztee:

12.05., 15 UHR, Speicherbecken (Geeste)

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Eine Braunschweigerin mit Seefahrerherz: Meike Köster

(sisch) Die Braunschweiger Singer/ Songwriterin Meike Köster hat vor knapp 15 Jahren ihr erstes Album aufgenommen und für ihre englischsprachigen Songs nicht nur den Kulturförderpreis des Landes Niedersachsen erhalten, sondern sogar einen Songwriter Newcomerwettbewerb in Atlanta gewonnen. Trotzdem blieb für sie das, was man “Durchbruch” nennt, bis heute aus.

Das könnte sich ändern, denn mit “Seefahrerherz” hat sie im vergangenen Jahr zum ersten Mal fast ausschließlich deutschsprachige Songs auf einem Album vereint, und die Resonanz war riesig: Von “der deutschen Sheryl Crow” war da zu lesen und davon, dass sie “das Zeug zum Star” habe. In der Tat hat die Sängerin und Gitarristin gut daran getan, in ihre Muttersprache zu wechseln. Ihre groovigen, absolut radiotauglichen Songs, die von den Erlebnissen einer rastlosen Weltenbummlerin handeln, wirken dadurch einerseits “echter”, bekommen aber auch etwas leichtes und angenehm unprätentiöses – und genau das fehlt ja leider oft in der hiesigen, manchmal doch arg krampfigen und pathetischen Liedermacherszene.

09.05., 20 UHR, Café Koppelschleuse (MEP)

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Infotainment für starke Nerven: Mark Benecke, der Herr der Maden

(sisch) Dr. Mark Benecke ist Kriminalbiologe. Sein Aufgabengebiet: Blutspritzer, Spermaflecken, Haare, Körperflüssigkeiten – all jene Dinge also, mit denen sich auch die Gerichtsmediziner in Serien wie “Crossing Jordan” herumschlagen.

Beneckes absolutes Spezialgebiet sind jedoch Fliegen und Maden. Und genau deswegen wird er auch “Der Herr der Maden” genannt. Dank seiner Analysen verschiedener Insekten, die auf Leichen gefunden wurden, konnte die Polizei schon unzähligen Verbrechern weltweit das Handwerk legen. Außerdem ist Mark Benecke nicht nur Biologe, sondern auch ein richtig netter und smarter Kerl, der äußerst unterhaltsam von seiner ungewöhnlichen Arbeit zu berichten weiß.

Seine Infotainment-Shows sind allerdings nichts für schwache Nerven, denn hier zeigt er durchaus auch mal Aufnahmen stark entstellter Leichen – und nur durch detaillierte Nahaufnahmen lassen sich die wirklich interessanten Fragen klären: Warum hat diese aufgedunsene Männerleiche so lange Fingernägel? Und welche Madenart kriecht da gerade aus ihrem Mundwinkel? Wer sich vor solchen Bildern ekelt, sollte besser zuhause bleiben. Allen anderen sei der Einblick in die spannende und sinnvolle Tätigkeit des Insekten-Spezialisten wärmstens empfohlen.

05.05., Theater an der Wilhelmshöhe (LIN)

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Der Alternative Medienpreis 2012 geht an einen Emskopp-Artikel!

Wir sind stolz wie Bolle, denn Simone Schnase, die uns leider nur noch als Teilzeit-Kollegin zur Verfügung steht, weil sie seit dem ersten April bei der taz in Bremen arbeitet, ist eine von neun Preisträgerinnen des Alternativen Medienpreises 2012!

Der Alternative Medienpreis wird seit 2000 einmal im Jahr durch die Nürnberger Medienakademie verliehen, um Kritisches und Kreatives aus ungewohnter Perspektive zu würdigen. Simone Schnase erhält den zweiten Preis in der Sparte Print für ihren Emskopp-Artikel “Die Emslandlager und ihre Folgen: Eine Geschichte von 1933 bis in die Gegenwart”. In der Laudatio heißt es dazu:

“Eines hatte sich die bundesrepublikanische Gesellschaft jahrzehntelang fest vorgenommen: Es durfte nicht über die Verbrechen der Nazi-Zeit gesprochen werden, erst recht nicht über die eigene Beteiligung daran. Hinter diesem harmlosen Begriff, „nicht darüber sprechen“, verbarg sich häufig ein ziemlich rabiater Verdrängungsvorgang. Wehe, wer sich nicht daran hielt und trotzdem den Mund aufmachte!

Diesen Verdrängungsprozess stellt Simone Schnase für den Bereich der Emsland-Lager dar. Erschienen ist der Artikel im lokalen Städte- und Kulturmagazin „Emskopp“. Die Leserin, der Leser erfährt, Redakteure einer lokalen Tageszeitung haben aufgrund ihrer Aufklärungsbemühungen sogar ihren Job verloren. Thematisiert wird auch die Kriminalisierung ehemaliger NS-Häftlinge – in der Nachkriegszeit wohlgemerkt. Noch im Jahr 2004, als eine Hochschulschrift zum Thema präsentiert wurde, gab es feindselige Reaktionen.

Wir freuen uns, dass wir den Artikel „Die Emslandlager und ihre Folgen“ mit dem Alternativen Medienpreis in der Sparte Print auszeichnen dürfen, gibt er doch Einblick in die lokale Ausformung der sogenannten „zweiten Geschichte“ des Nationalsozialismus.”

Und wir freuen uns mit!

Morgen abend nimmt Simone den Preis in Nürnberg entgegen, und hier gibt’s Hintergründe zum Alternativen Medienpreis sowie die Liste aller Preisträger.

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