Andreas C. Knigge (Hrsg.): Das grosse Peanuts-Buch (Carlsen, 29,80 Euro)
Lassen Sie sich von der marktschreierischen Aufmachung nicht abhalten: „Das große Peanuts-Buch" hat zwar einen glitzernden Silberumschlag, der so gar nicht zum hintergründigen Humor Charles M. Schulz´ passen will und auch der Titel grenzt an Arbeitsverweigerung; aber das Innenleben macht diese Minuspunkte sowohl optisch (mit zahlreichen kleinen Details und Ideen), als auch inhaltlich locker wett. Das profane Äußere ist wohl dem immensen Erfolg geschuldet, den die Peanuts über Jahrzehnte feierten. Die Peanuts sind Populärkultur; die Omnipräsenz führte zu einer Verwässerung des Bedeutungsgehalts. Ebenso wie die Mona Lisa weltweit erkannt wird, ohne das sie wirklich noch betrachtet wird. Der Herausgeber dieses prächtigen Bandes, Andreas C. Knigge, international anerkannter Comic-Experte und Förderer, hat weit mehr getan, als einfach nur Strips zusammenzutragen. Beginnend mit einem Vorwort von Ralf König, folgt ein erhellender, kluger Text über Charles M. Schulz und die Entstehungsgeschichte der Peanuts. So schreibt Knigge über Charlie Brown und Co.: „Ihnen fliegen keine Wurfgeschosse an den Kopf, sondern Worte und Gemeinheiten, die auf Innenwelten zielen, anstatt Beulen zu verursachen." Die Strips sind nach Jahrzehnten sortiert und jeder Dekade geht ein Einleitungstext voraus. So beginnt das erste Comic-Kapitel (Die Fünfziger Jahre) erst auf Seite 68.
|