Eric Pfeil
Komm, wir werfen ein Schlagzeug in den Schnee (Die Pop-Tagebücher)
KiWi-Verlag, 368 Seiten, 14,95 Euro

„Ich glaube, Menschen, die mit 38 noch von „Stammkneipen“ sprechen, haben mit ähnlichen Problemen zu kämpfen wie solche, die noch immer über „Lieblingsbands“ verfügen. Bei mir ist beides der Fall, ich gehöre womöglich ins Heim.“
Hier finde ich mich wieder. Auch wenn Eric Pfeil – als freier Autor vor allem für die FAZ tätig – durchaus zu polarisieren weiß. Man kann nicht immer seiner Meinung sein; einige seiner (musikalischen) Ansichten reizen mich zu deutlichem Widerspruch (auch wenn ich die meiste Zeit mit ihm konform gehe). Das weiß Herr Pfeil. Die Popmusik trägt den Diskurs natürlicherweise in sich. Der Herr Pfeil und ich; wir gehören einer Spezies an, für die Musik lebenswichtig ist. Nicht zum Tanzen oder um seinen tiefer gelegten Golf zu beschallen. Nein, in der Musik spiegelt sich unser Leben. Songtexte sind unser Evangelium. Konzerte unsere Messen. Es gibt Songs, von denen wir sagen können, dass sie exakt unser Innerstes wiedergeben. Deswegen nehmen Leute wie wir immer noch Mixtapes für unsere neuesten Beziehungen auf, weil es für uns viel einfacher ist, mit den Liedern anderer Leute unsere Gefühle auszudrücken. Die Frau, die ein solches Vorgehen versteht, sollte man sofort heiraten.
Eric Pfeil referiert in den Pop-Tagebüchern tatsächlich größtenteils über Musik und wie sie seine gegenwärtige Konfusion beeinflusst. Ein Blick ins Register lässt den Kenner erwartungsfroh grinsen. Pfeil weiß um sein Exotentum. Schließlich ist es Bestandteil seiner beginnenden Midlife-Crisis, die sich in Zynismus und Bitterkeit äußert, die aber, selbst erkannt, durch Eigenironie wohltuend abgeschwächt wird.
„Komm, wir werfen ein Schlagzeug in den Schnee“ ist für musikbegeisterte Thirty-Somethings Pflicht und für alle anderen der Weg, um jene verstehen zu lernen.

KiWi-Verlag, 368 Seiten, 14,95 Euro

 




08. September

Uhr Alternative Rotation!

LIN, Alter Schlachthof


10. September

Spirit of Scotland

Konzert mit dem britischen Opernstar John Cashmore.
MEP, Gustav-Adolf-Kirche


11. September

Sondaschule und Smokey Joe

Zikadumda Konzert.
SCHÜTTORF, Komplex



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